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Rezension

selk_news 01.12.2009

»Herr Bischof Schöne, Sie sind ein Esel!« So rief es in seiner Predigt am gestrigen Abend in der Kirche St. Marien der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Berlin-Zehlendorf der amtierenden Bischof der SELK, Hans-Jörg Voigt (Hannover), seinem Vorvorgänger in diesem kirchenleitenden Amt zu – und ergänzte: »Und ich selbst will auch gern solcher Esel sein – und den Herrn Christus bringen im Wort der Predigt und im Heiligen Abendmahl Christi Leib und Blut in Brot und Wein.« Vorangegangen war eine Auslegung über die tragenden Rollen von Eseln in biblischen Geschichten, ausgehend vom Einzug Jesu auf einem Esel in Jerusalem.
Anlass des Gottesdienstes in der voll besetzten Kirche war am Tag des Apostels Andreas der 50. Ordinationstag von Bischof i.R. Dr. Jobst Schöne, D.D., der auf den Tag genau 50 Jahre zuvor in der Kirche Zum Heiligen Kreuz in Berlin-Wilmersdorf ordiniert worden war. Schöne war von 1962 bis 1985 Pfarrer der Zehlendorfer St. Mariengemeinde, der er seit seiner Emeritierung 1996 auch wieder angehört. Von 1985 bis 1996 war der in Naumburg/Saale geborene Theologe, der zuvor von 1973 bis 1985 auch Superintendent des Kirchenbezirks Berlin war, leitender Geistlicher im Bischofsamt der SELK.
Zahlreiche offizielle Vertreter, Gemeindeglieder, Verwandte, Amtsbrüder, Weggefährten und Freunde waren der Einladung der St. Mariengemeinde gefolgt, das Jubiläum zu feiern. Der 78-jährige Altbischof leitete selbst die Liturgie in dem von Reimar Bluth an der Orgel musikalisch gestalteten Festgottesdienst.
Vorausgegangen war am Nachmittag ein Festvortrag von Prof. Dr. Ernst Koch (Leipzig) zum Thema »›Der GOTT vereinigt Leib will sich mit uns vereinen.‹ Bemerkungen zur Abendmahlsfrömmigkeit der Gräfin Catharina Regina von Greiffenberg (1633-1694)«, der weit mehr bot als bloße »Bemerkungen«, nämlich das Lebensbild einer theologisch-kirchlich hoch versierten Persönlichkeit und Ausführungen zu Aspekten des Abendmahles, die den Rahmen einer rein historischen Betrachtungsweise sprengten und zu gegenwartsbezogenen Überlegungen immer wieder einluden. Der Referent, dem Jubilar freundschaftlich verbunden, hatte einen Tag zuvor seinerseits das goldene Ordinationsjubiläum begehen können.
Dem abendlichen Festgottesdienst schloss sich ein Empfang an, in dessen Rahmen – moderiert von Gemeindepfarrer Dr. Gottfried Martens – neben anderen Bischof Voigt für die SELK und Erzbischof Janis Vanags (Riga) von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands würdigend-dankende Worte an Altbischof Schöne richteten. SELK-Kirchenrat Michael Schätzel (Hannover) überreichte im Beisein der Verlegerin, Dr. Reinhilde Ruprecht (Göttingen), als Festgabe die Sammlung »Gültiges in Erinnerung rufen. Beiträge zur lutherischen Theologie« mit Vorträgen, Aufsätzen, Andachten und Predigten von Jobst Schöne. Das 240 Seiten starke Buch ist in der Edition Ruprecht (http://www.edition-ruprecht.de) erschienen und kostet 32,90 Euro.

Rezensierter Titel:

Umschlagbild: Gültiges in Erinnerung rufen (herausgegeben von Michael Schätzel)

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Gültiges in Erinnerung rufen (herausgegeben von Michael Schätzel)

Beiträge zur lutherischen Theologie
Schöne, Jobst/Schätzel, Michael

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